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Sunday, 17. June 2007
social:net:working


Die Macher der Internetplattform seirevolution.de haben die Idee des "Social Networking" logisch zu Ende gedacht und zählen sich selbstbewusst zum "Web 3.0". Die Plattform hat den Anspruch, Kommunikation und sozialen Austausch nicht nur im verbalen und virtuellen Sinne zu fördern, sondern direkt und im echten Leben. Den leider oft an Sinnlosigkeit und intellektueller Leere leidenden Social Networks setzt seirevolution.de ein aktionistisch und politisch motiviertes Konzept entgegen, welches das Ziel hat, durch teils witzige Aktionen im öffentlichen Raum gezielt gesellschaftliche Strukturen infrage zu stellen und die Betrachter zum Nachdenken zu provozieren.

Teilnehmern des Netzwerks wird die Möglichkeit der Erschaffung einer neuen, virtuellen Scheinpersönlichkeit in Form von Benutzerprofilen gar nicht erst gegeben, welche in den meisten "Social Networks" gang und gäbe sind. Auch damit einhergehende Scheinfreundschaften werden unmöglich. «Innerhalb der Gemeinschaft ist man ein unbeschriebenes Blatt zum Zeitpunkt des Eintritts. Sein persönliches Täterprofil wird nur über dokumentierte und bevorstehende Aktivität gefüllt und sein persönliches Netzwerk ergibt sich aus den Menschen mit denen man gemeinsam tätig geworden ist.» «Kontaktaufnahme mit anderen Usern ist nur über direkte Terminabsprachen möglich und Diskussionsrunden sind an Orte, Zeiten, Themen und zwei Initiatoren geknüpft.»

«Reproduzierbarkeit, Masse und komplexe Mechanismen in fast allen gesellschaftlich relevanten Bereichen begünstigen einen Rückzug ins Private. Mediale Berieselung und ein Gefühl der Unverantwortlichkeit sowohl fürs eigene Fortkommen als auch für gesellschaftliche Fragen erzeugen Abhängigkeit. Unterstützt wird dieses Ohnmachtsgefühl durch die staatliche Reglungsintensität, sie "durchdringt nahezu alle Bereiche des individuellen und gesellschaftlichen Daseins."
Die elementarsten Grundformen des eigenständigen Umgangs miteinander sind genauso verloren gegangen wie ein Interesse am eigenen Erfahren und Erleben. Der Wissenserwerb ist in fast allen Bereichen zu einem völlig passiven oder vorgegebenen Prozess geworden. Doch das eigene Erfahren und Erspüren ist die die Grundlage für Akzeptanz und die Anwendbarkeit von Wissen. Wissen und Fähigkeiten sind nicht voneinander zu lösen.»

www.seirevolution.de

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