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Dienstag, 9. Oktober 2007
[01:58]
Ich soll nicht unter der Woche saufen gehen. Ich soll nicht unter der Woche saufen gehen. Ich soll nicht unter der Woche saufen gehen. Ich soll nicht unter der Woche saufen gehen. Ich soll nicht unter der Woche saufen gehen. Ich soll nicht unter der Woche saufen gehen. Ich soll nicht unter der Woche saufen gehen. (Wird fortgesetzt) ... Erstmal reichlich Wasser trinken. Ich werd wirklich zu alt für diese Schärze. ... Nicht rothaarig. Keine grünen Katzenaugen. Aber sie bewegt sich wie eine Katze. Hoffentlich zieht sie 1 Kartoffelsack an, sonst hab ich 1 Problem bevor wir die Vorspeise weghaben. Puh. ... [02:13] Asiatinnen haben Oder vielleicht auch nur an meinem Hormonhaushalt. Ich will mich da nicht festlegen. Noch nicht. Hm. ... Ach ja. ... [02:35] Am Freitag hab ich noch mit ihm telefoniert, da wollte er einen Tisch bestellen. Heute, in der Kneipe dann. Die Bedienung sagt so im Vorbeigehen: "Die kennst Du doch auch, oder?" Ich guck dann, da war das Bild in der Zeitung. Die Frau hat schwer verletzt überlebt, aus dem total zermatschten Wrack geschnitten. Ein Wunder dass da in dem Schrotthaufen überhaupt noch jemand Platz hatte. Das ganze Leben geackert, gespart - damit sie's im Alter mal besser haben. Und dann knallt denen so ein Umta-Umta-Megamacker voll vorne drauf, viel zu schnell und vor der Kurve aber unbedingt noch dringend jemand überholen müssen. Der Rotzbengel hat nicht mal ne Schramme. Die nettesten Leute die man sich denken kann, und nicht nur als Gäste. Und dann sowas. Das Leben ist nicht fair. Echt nicht. :( ... [04:07] Also, ich hab ja schon früher da in dem Hotel gearbeitet, bevor Manni kam. Der Küchenchef damals hiess Kabo. Ist natürlich nich sein richtiger Name, aber für hier soll uns das genügen. Der wird hier auch nochmal durchgenommen sobald ich die Zeit finde... Als ich dann nach einem kurzen Gastspiel (Waffelbäcker & Eisdiele) einen neuen Vertrag unterschrieben hatte war die Küche runderneuert. Komplett renoviert, sozusagen. Eine schöne grosse Arbeitsfläche für jeden, in der Mitte. Wir standen uns also praktisch gegenüber. Das war sehr lustig, da konnte man sich prima mit Orangenkernen beschiessen wenn's mal langweilig war. Aber das war ja eher selten der Fall. Man konnte auch die vielen kleinen Komplimente ungehindert austauschen, die in so einem Laden üblich sind. Ziemlich zu Anfang unserer Zusammenarbeit fragte Manni ich mal ganz unbedarft: "Sag mal, bist Du eigentlich schwul?" Mich wunderte nämlich dass er immer so alleine war & kaum wegging. Und schliesslich, man will ja auch wissen woran man ist, nicht wahr. Nicht, dass es mir was ausgemacht hätte - jeder soll so leben wie er das für richtig hält. Und ausserdem: ich hab eh mit dem Rücken zur Wand gearbeitet. Die Antwort kam postwendend und ziemlich patzig: "Ich bin nich schwul. Höchstens bi." Das war natürlich sehr lustig, besonders weil grade die Teller mit der Chefin hintendran aus dem Restaurant kamen. Und direkt vor der Tür ein Vierertisch. Also erstmal ordentlich Gegröle von draussen, die haben das ja live & in Farbe mitgekriegt. Man konnte richtig zugucken wie bei Manni die Laune runterging. Und dann Chrissie (die Chefin, wir haben uns untereinander geduzt) auch noch prompt hinterher: "Lieber bi als nie, wie." Da war dann Alles zu spät, das können Sie glauben. Wir haben geheult wie die Mondkälber. Das hat dann zusätzlich auch noch mächtig Munition für zwei Wochen erstklassige Artigkeiten über die Arbeitsfläche geliefert. Wir konnten uns gar nicht mehr einkriegen, Chrissie & Coxi (der Chef) & ich. Wir haben's ihm bei jeder, aber wirklich jeder Gelegenheit unter die Nase gerieben. Das wurd ihm dann aber zu blöd, da hat er sich gerächt. Natürlich können Sie sich denken, an wem. Ich gebe ja zu, ich hab das dann irgendwann auch ein bisschen übertrieben - wenn man laut darüber nachdenkt ob man den Lachs vielleicht beim Anrichten als Zwischengang "andersrum" auflegen sollte oder ob der Ziegenkäse nicht eine Spur zu "warm" auf den Teller kommt - dann kann das schon mal falsch rüberkommen. Wir fanden das sehr subtil. Und sehr lustig fanden wir das auch, die Chrissie, der Coxi & ich. Manni fand das gar nicht komisch. Ich hab in meinem ganzen Leben nie so viele Kartoffeln schälen müssen wie in diesen zwei Wochen. Kartoffelpuffer, Kartoffelsuppe, Kartoffelpü, Kartoffeln als Rösti, als Pommes, gebraten, gebacken, in der Folie, in Scheiben, als Chips, gewürfelt, gedünstet, am Stück - Beilagenvariationen in allen denkbaren (und ein paar undenkbaren) Vorkommensformen. Von Allem reichhaltig & gut. Was habe ich gelitten. Ich bin in kürzester Zeit ein kompetenter Ansprechpartner in Sachen Kartoffelschälen geworden. Glauben Sie mir, ich weiss Alles was es darüber zu wissen gibt. Man hielt mich plötzlich auch sehr kurz mit Dingen, die normalerweise probemlos übrig waren. Alles wurde auf einmal aufbewahrt, umgefüllt, eingedeckelt. Man könnte das ja nochmal brauchen, bloss nix umkommen lassen, alles Küchenprozente die man noch steigern kann. Ein billiger Egotrip, wie ich fand. Ich hielt mich dafür beim Anrichten an den Vorspeisen schadlos. Und plötzlich war auch immer irgendwas zu putzen. Es kippte was um, es fiel was runter, es kochte was über oder brannte an im Topf. Raten Sie mal wer sich darum gekümmert hat. Aber das war die Sache allemal wert. Und kochen konnte er wirklich wie ein Weltmeister. Dafür haben wir ihm so manche eingesaute Arbeitsfläche verziehen, die Chrissie, der Coxi & ich. Ja, so war das damals. ... comment
ralf-ulrich,
Dienstag, 9. Oktober 2007, 09:24
Manch einer kann da sehr empfindlich reagieren, wenn man sich über dessen sexuelle Ausrichtung lustig macht. Ein bißchen bi schadet nie, hörte ich mal.
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plautze,
Mittwoch, 10. Oktober 2007, 02:02
Den kannte ich noch nicht. :)
Es ging ja nicht drum ob er nun schwul war/ist oder nicht. Es war halt dieser Spruch, die Situation an sich. Mir persönlich ist das egal, das muss Jeder für sich entscheiden. Er war auch nicht sauer dass ich gefragt hatte. Hätte er z.B. gesagt "Ja, ich bin schwul. Na und?" dann wär das erledigt gewesen. Er war bloss sauer weil wir bei jeder Gelegenheit darüber abgelästert haben wie er versucht hat da möglichst "elegant" dran vorbeizuschiffen. Und natürlich war er stinkig weil der Tisch draussen das auch noch mitgekriegt hat - das war der Bürgermeister mit seinem Gefolge. Aber das konnte er ja nun schlecht uns anhängen. Man sollte vielleicht noch erklärend dazusagen dass grade in der Gastronomie die Emotionen manchmal kurzzeitig sehr hohe Wellen schlagen. Die Arbeitszeiten und die Belastung sind oft extrem, als "Ventil" (wenn Sie so wollen) kommen dann auch oft Sprüche, die - aus dem Zusammenhang gerissen - etwas merkwürdig wirken. Das ist aber normal, wenn der Stress vorbei ist ist Alles wieder im Lot. Es war ja nicht so dass wir uns für den Rest unserer Zeit bekriegt hätten. :) ... link
ralf-ulrich,
Mittwoch, 10. Oktober 2007, 10:35
Ich kenne das andere Extrem, wenn man mit zwei Kampflesben zusammen arbeiten muß. Da wäre mir manchmal der eine oder andere Kommentar gerne über die Zunge gegangen, aber man ist ja immer höflich und will die Atmosphäre nicht vergiften. So im Nachhinein denke ich, hätte ich es mal getan, lange hatte ich mit denen ja nicht zu tun.
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plautze,
Mittwoch, 10. Oktober 2007, 10:40
Da könnt ich auch noch 1 verzählen, aber das muss mal warten bis das da dicht ist & ein paar Jährchen ins Land...
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